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Glossar – Agentic Work in Real Life

Dieses Glossar bündelt die Fachbegriffe der Serie „Agentic Work in Real Life“ und ergänzt einige Begriffe, die im aktuellen AI- und Agentic-Engineering-Diskurs häufig auftauchen, auch wenn sie in den Artikeln selbst nicht im Mittelpunkt stehen.

Die Erklärungen sind bewusst kurz und praxisorientiert. Einige Begriffe – insbesondere AGI, ASI, Agentic AI, Frontier Model, Memory, Skill und Vibe Coding – sind nicht einheitlich normiert und können je nach Anbieter oder Community leicht unterschiedlich verwendet werden.

Produkt-, Modell-, Organisations- und Paper-Namen sind nicht vollständig aufgenommen. Eine Ausnahme bilden Bezeichnungen wie SWE-bench oder ARC-AGI, wenn sie inzwischen selbst als verbreitete Fachbegriffe beziehungsweise Benchmark-Familien verwendet werden.

Begriff / AkronymLangformKurz erklärt
Acceptance CriteriaKriterien, anhand derer entschieden wird, ob eine Anforderung oder Änderung fachlich und technisch als erfüllt gilt.
Acceptance TestPrüfung, ob ein System oder Feature definierte fachliche Akzeptanzkriterien erfüllt.
Accepted ChangeÄnderung, die nach ausreichender technischer und fachlicher Prüfung als akzeptabel übernommen werden kann.
Access ControlMechanismen, die steuern, wer oder was auf Daten, Funktionen oder Systeme zugreifen darf.
Active ParametersBei Mixture-of-Experts-Modellen der Teil der gesamten Modellparameter, der für einen konkreten Token beziehungsweise Rechenschritt tatsächlich aktiviert wird.
ADRArchitecture Decision RecordKurzes, versioniertes Dokument, das eine wichtige Architekturentscheidung, ihren Kontext und ihre Begründung festhält.
Affected AnalysisErmittlung, welche Projekte, Module oder Tests von einer Änderung tatsächlich betroffen sind, um Arbeit und Verifikation gezielt einzugrenzen.
AgentSystem, das ein Ziel über mehrere Schritte verfolgt und dafür Modell, Context, Tools und weitere Mechanismen kombiniert.
Agent FileProjekt- oder arbeitsplatzbezogene Instruktionsdatei für Agents, etwa mit Architektur-, Build- oder Arbeitsregeln. Vertieft in Artikel 04.
Agent HarnessSoftwareumgebung, die ein Modell zum Agenten macht, indem sie Context, Tools, Schleifen, Zustände und Ausführung orchestriert.
Agent InfrastructureWiederverwendbare technische und organisatorische Grundlage für Agentic Work, etwa Regeln, Skills, Tests, Tooling und Verifikationsmechanismen.
Agent SkillWiederverwendbares Playbook oder Arbeitsverfahren, das einem Agenten beschreibt, wie eine bestimmte Art von Aufgabe bearbeitet werden soll.
Agent TimeZeit, in der ein Agent selbstständig an einer Aufgabe arbeitet.
Agent-readableEigenschaft eines Systems, dessen relevante Struktur, Regeln und Informationen für einen Agenten auffindbar und verständlich bereitgestellt sind.
Agent-verifiableEigenschaft eines Systems, bei dem ein Agent Ergebnisse mit ausführbaren Checks wie Build, Lint, Tests oder Architekturregeln prüfen kann.
Agentic AISammelbegriff für AI-Systeme, die nicht nur Antworten erzeugen, sondern Ziele über mehrere Schritte verfolgen und Aktionen ausführen können.
Agentic CodingSoftwareentwicklung, bei der Coding Agents selbstständig Teile des Entwicklungsprozesses wie Analyse, Änderung und Tests übernehmen.
Agentic WorkArbeitsweise, bei der AI-Agenten mehrstufige Aufgaben mit einem gewissen Grad an Autonomie bearbeiten.
AGIArtificial General IntelligenceNicht einheitlich definierter Begriff für AI mit breiten, generalisierbaren Fähigkeiten auf oder nahe menschlichem Niveau über viele Aufgabenbereiche hinweg.
AIArtificial IntelligenceOberbegriff für Computersysteme, die Aufgaben ausführen, die typischerweise mit Wahrnehmung, Sprache, Lernen, Planung oder Problemlösung verbunden werden.
AI Coding AssistantAI-Werkzeug, das Entwickler beim Schreiben oder Verändern von Code unterstützt; im Unterschied zu einem Coding Agent oft mit weniger eigenständiger Tool-Nutzung und Autonomie.
AI SafetyForschungs- und Engineering-Feld zur Begrenzung schädlichen, unerwünschten oder unkontrollierten Verhaltens leistungsfähiger AI-Systeme.
AlignmentArbeit daran, dass ein AI-System im Sinne der beabsichtigten Ziele, Regeln und menschlichen Aufsicht handelt.
AnonymizationVeränderung von Daten so, dass Personen nicht mehr identifizierbar sind; tatsächlich anonymisierte Daten sind von pseudonymisierten Daten zu unterscheiden.
APIApplication Programming InterfaceDefinierte Schnittstelle, über die Softwarekomponenten oder Dienste miteinander kommunizieren.
ARC-AGIAbstraction and Reasoning Corpus for Artificial General IntelligenceBenchmark-Familie für Generalisierung und das Erlernen neuer Fähigkeiten; ein hoher Score ist kein universeller Nachweis, dass AGI erreicht wurde.
Architecture ConstraintArchitekturregel, die bestimmte strukturelle Lösungen erlaubt oder ausschließt und damit den Lösungsraum begrenzt. Vertieft in Artikel 08.
Architecture ReviewReview mit Fokus darauf, ob eine Änderung zu Verantwortlichkeiten, Grenzen, Abhängigkeiten und Architektur des Systems passt.
ASIArtificial SuperintelligenceHypothetischer Begriff für AI, deren allgemeine kognitive Fähigkeiten menschliche Fähigkeiten deutlich übertreffen; Definitionen variieren.
AuthorizationEntscheidung darüber, ob ein Benutzer, Agent oder System auf eine Ressource oder Aktion zugreifen darf.
BenchmarkStandardisierte Aufgabe oder Aufgabensammlung, mit der bestimmte Fähigkeiten oder Eigenschaften eines Modells oder Systems gemessen werden.
Benchmark ContaminationProblem, dass Benchmark-Aufgaben oder sehr ähnliche Daten bereits im Training eines Modells enthalten waren und Ergebnisse dadurch verzerrt sein können.
Benchmark OverfittingÜberanpassung von Modellen oder Systemen an bekannte Benchmarks, ohne dass sich die allgemeine Leistungsfähigkeit entsprechend verbessert.
Big Ball of MudBezeichnung für ein System mit schwach erkennbarer Struktur, hoher Kopplung und vielen historisch gewachsenen Ausnahmen.
Broken WindowsMetapher für die Tendenz, dass sichtbare ungepflegte Ausnahmen oder Regelverstöße weitere ähnliche Abweichungen begünstigen können.
BuildProzess, der Quellcode und weitere Artefakte in eine ausführbare oder auslieferbare Form überführt und dabei häufig bereits Fehler sichtbar macht.
Cached TokensInput-Tokens aus wiederkehrendem Context, deren bereits berechnete Zustände ein Anbieter teilweise wiederverwenden kann.
CapExCapital ExpenditureInvestitionsausgaben für länger genutzte Vermögenswerte, etwa eigene AI-Hardware.
Chain of Thought (CoT)Chain of ThoughtBezeichnung für Zwischenschritte des Reasonings eines Modells; sichtbare Zusammenfassungen sind nicht zwingend die interne vollständige Reasoning-Spur.
CIContinuous IntegrationAutomatisierte Integration und Prüfung von Änderungen, typischerweise mit Build, Lint und Tests.
CI/CDContinuous Integration / Continuous Delivery or DeploymentAutomatisierte Pipeline zum Prüfen, Bauen und je nach Ausprägung Bereitstellen oder Ausrollen von Software.
Cloud ModelAI-Modell, das über Infrastruktur eines externen oder internen Cloud-Anbieters genutzt wird.
Coding AgentAgent, der Codebasen untersuchen, Dateien ändern, Tools ausführen, Fehler verarbeiten und zusammenhängende Softwareänderungen erzeugen kann.
CohesionMaß dafür, wie eng die Verantwortlichkeiten innerhalb eines Moduls oder einer Komponente fachlich zusammengehören.
Compute BudgetBegrenzte Rechenmenge, die für eine Modellanfrage, einen Agent-Run oder eine Evaluation zur Verfügung steht.
Computer UseFähigkeit eines AI-Systems, grafische Benutzeroberflächen ähnlich wie ein Mensch über Maus, Tastatur oder vergleichbare Aktionen zu bedienen.
ConstraintExplizite Regel oder Grenze, die festlegt, welche Lösungen, Datenflüsse oder Aktionen zulässig sind.
ContextInformationen, die einem Modell für die aktuelle Verarbeitung tatsächlich zur Verfügung stehen.
Context EngineeringGezielte Auswahl, Strukturierung und laufende Pflege des relevanten Contexts für Modelle und Agents. Vertieft in Artikel 04.
Context WindowMaximale Context-Menge, die ein Modell beziehungsweise ein konkreter Endpunkt in einer Verarbeitung berücksichtigen kann.
ContractExplizite Vereinbarung über Schnittstelle, Datenformat, Verhalten oder Verantwortlichkeit zwischen Systemteilen.
ConvergePhase, in der nach getroffenen Entscheidungen möglichst diszipliniert innerhalb des verbleibenden Lösungsraums umgesetzt wird. Teil von Diverge · Decide · Converge, vertieft in Artikel 10.
Coordination TimeMenschliche Zeit für Übergaben, Rückfragen, Synchronisation, Context Switching und Koordination zwischen Agents oder Arbeitsschritten.
Cost per Accepted ChangeEngineering-Kennzahl für die gesamten Kosten, bis eine gewünschte Änderung ausreichend geprüft und akzeptiert ist. Vertieft in Artikel 13.
Cost per RunKosten eines einzelnen Modell- oder Agent-Durchlaufs.
Cost per Successful RunKosten pro technisch erfolgreichem Agent-Run, einschließlich der fehlgeschlagenen Versuche, die dafür notwendig waren.
Cost per TokenPreis beziehungsweise Kosten auf Ebene der vom Modell verarbeiteten oder erzeugten Tokens.
CouplingGrad der Abhängigkeit zwischen Modulen oder Komponenten; hohe Kopplung erschwert meist unabhängige Änderungen.
CQRSCommand Query Responsibility SegregationArchitekturmuster, das Lesen und verändernde Operationen bewusst voneinander trennt.
CreditProduktspezifische Abrechnungseinheit eines AI-Dienstes; technisch nicht dasselbe wie ein Token.
CRUDCreate, Read, Update, DeleteVier grundlegende Operationen zum Anlegen, Lesen, Ändern und Löschen von Daten.
Data MinimizationPrinzip, nur die Daten zu verarbeiten oder bereitzustellen, die für einen konkreten Zweck tatsächlich notwendig sind.
DecidePhase, in der offene Alternativen bewertet und relevante Entscheidungen bewusst getroffen werden. Teil von Diverge · Decide · Converge, vertieft in Artikel 10.
Dependency DirectionArchitekturregel, die festlegt, in welche Richtung Abhängigkeiten zwischen Modulen oder Schichten verlaufen dürfen.
Dependency GraphGraphische oder technische Darstellung der Abhängigkeiten zwischen Modulen, Libraries, Services oder anderen Systemteilen.
DeterminismEigenschaft eines Systems, bei gleichem Zustand und Input reproduzierbar dasselbe Ergebnis zu liefern.
Developer Experience (DX)Developer ExperienceQualität der Arbeitsumgebung für Entwickler, etwa Verständlichkeit, Tooling, Feedbackgeschwindigkeit und lokale Ausführbarkeit.
DiffDarstellung der Unterschiede zwischen zwei Versionen von Dateien oder Code.
DiscoveryPhase des Verstehens und Klärens von Problem, Requirements, offenen Entscheidungen, Risiken und technischem Kontext vor der Umsetzung.
DistillationVerfahren, bei dem Wissen oder Verhalten eines größeren Modells in ein kleineres Modell übertragen wird.
DivergePhase, in der mehrere Lösungswege, Hypothesen oder Optionen bewusst geöffnet und untersucht werden. Teil von Diverge · Decide · Converge, vertieft in Artikel 10.
DPA / AVVData Processing Agreement / AuftragsverarbeitungsvertragVertragliche Regelung zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch einen Auftragsverarbeiter.
DriftSchrittweise Abweichung von gewünschten Regeln, Architektur, Bedeutung oder Verhalten über mehrere Entscheidungen oder Handlungsschritte – innerhalb eines Runs oder über mehrere Änderungen hinweg. Vertieft in Artikel 06.
DRYDon’t Repeat YourselfPrinzip, Wissen oder Logik nicht unnötig mehrfach zu duplizieren; keine Aufforderung, jede Ähnlichkeit zwanghaft zu abstrahieren.
DSGVODatenschutz-GrundverordnungEU-Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten und zu Regeln ihrer Verarbeitung.
DTOData Transfer ObjectDatenstruktur zur Übertragung von Informationen zwischen Systemteilen oder Schnittstellen, meist ohne eigene Geschäftslogik.
E2EEnd-to-EndTest oder Betrachtung eines vollständigen Ablaufs über mehrere Systemteile hinweg.
EmbeddingNumerische Vektorrepräsentation von Inhalten, mit der semantische Ähnlichkeit oder Beziehungen rechnerisch verglichen werden können.
Engineering CapabilityFähigkeit einer Person oder Organisation, Software zuverlässig zu verstehen, zu entwickeln, zu verändern, zu prüfen und zu betreiben.
EvalEvaluationGezielte Prüfung eines Modells oder Agent-Systems anhand definierter Aufgaben, Kriterien und Messverfahren.
Evaluation HarnessInfrastruktur, die Evals ausführt, Tools und Umgebungen bereitstellt, Abläufe aufzeichnet und Ergebnisse bewertet.
Executable ArchitectureArchitekturregeln, die nicht nur dokumentiert, sondern durch Tools, Tests oder statische Checks mechanisch überprüfbar gemacht werden.
Feedback LoopWiederholter Zyklus aus Ausführung, Beobachtung, Prüfung und Korrektur, durch den Arbeit schrittweise verbessert wird.
File BoundaryGrenze auf Datei- oder Speicherzugriffsebene; sie garantiert nicht automatisch, dass dieselbe Information nicht über andere Wege erreichbar ist.
Fine-TuningWeiteres Training eines bereits trainierten Modells, bei dem dessen Parameter gezielt angepasst werden.
Fixed CostKosten, die zunächst unabhängig von der Zahl späterer Nutzungen entstehen, etwa für Agent Infrastructure oder eigene Hardware.
Foundation ModelBreit trainiertes Grundmodell, das als Basis für viele unterschiedliche Aufgaben und Anwendungen dienen kann.
Frontier ModelInformeller Begriff für Modelle, die zum jeweiligen Zeitpunkt an der Leistungsgrenze öffentlich oder industriell verfügbarer AI liegen.
Function CallingMechanismus, mit dem ein Modell strukturierte Aufrufe externer Funktionen oder Tools anfordern kann.
Generative AIAI-Systeme, die neue Inhalte wie Text, Bilder, Audio, Video oder Code erzeugen.
GPUGraphics Processing UnitParallelrechenprozessor, der wegen seiner hohen Matrix-Rechenleistung häufig für Training und Inference von AI-Modellen eingesetzt wird.
Ground TruthReferenzwert oder als korrekt angenommene Zielantwort, gegen die ein Modell oder System bewertet wird.
GroundingVerknüpfung einer Modellantwort mit konkreten externen Daten, Quellen oder Systemzuständen, um freie Plausibilitätsbildung zu begrenzen.
GuardrailsTechnische oder organisatorische Schutzmechanismen, die unerwünschte Eingaben, Ausgaben oder Aktionen eines AI-Systems begrenzen sollen.
HallucinationPlausibel wirkende, aber falsche oder unbelegte Ausgabe eines Modells.
Happy PathIdealer Ablauf eines Systems ohne Fehler-, Ausnahme- oder Sonderfälle.
Human Active TimeZeit, in der ein Mensch aktiv analysieren, entscheiden, erklären, prüfen oder korrigieren muss.
Human CapitalWissen, Fähigkeiten, Erfahrung und Urteilskraft von Menschen als langfristige wirtschaftliche Ressource.
Human ReviewPrüfung eines Ergebnisses durch einen Menschen, insbesondere dort, wo Fachwissen, Verantwortung oder Kontextbewertung notwendig sind.
Independent EvidencePrüfevidenz, die nicht nur dieselben Annahmen oder denselben Entstehungsweg wie das zu prüfende Ergebnis wiederholt.
InferenceNutzung eines bereits trainierten Modells, um aus einem Input einen Output zu berechnen.
Inference-Time ComputeRechenaufwand, der während der Nutzung eines Modells für eine konkrete Aufgabe eingesetzt wird, etwa für zusätzliches Reasoning.
Information BoundaryGrenze dafür, welche Informationen einen Bereich, Prozess, Agenten oder Trust-Bereich verlassen dürfen.
Information FlowWeg, den Informationen durch Quellen, Systeme, Agents, Tools, Speicher und Outputs nehmen.
Information HidingArchitekturprinzip, bei dem interne Entscheidungen und Details hinter stabilen Schnittstellen verborgen werden.
Input TokensTokens, die als Eingabe in eine Modellanfrage eingehen, einschließlich sichtbarer und systemseitig ergänzter Informationen.
InvariantRegel oder Eigenschaft, die in einem System unabhängig von einer konkreten Änderung immer gelten soll.
JailbreakVersuch, Sicherheits- oder Verhaltensgrenzen eines AI-Systems durch speziell gestaltete Eingaben zu umgehen.
KIKünstliche IntelligenzDeutsche Bezeichnung für AI; in der Serie wird überwiegend die international gebräuchliche Abkürzung AI verwendet.
KV CacheKey-Value CacheZwischenspeicher von Attention-Zuständen, der wiederholte Berechnungen bei der Token-Generierung vermeiden kann.
LayerArchitekturschicht mit einer bestimmten Verantwortung und definierten Abhängigkeitsregeln.
Least PrivilegeSicherheitsprinzip, nach dem ein Benutzer, Agent oder Prozess nur die minimal notwendigen Berechtigungen erhält.
Legacy SystemBestehendes, häufig über längere Zeit gewachsenes System, dessen Strukturen und Abhängigkeiten Änderungen erschweren können.
Lint / LinterStatische Prüfung von Quellcode auf definierte Qualitäts-, Stil- oder Fehlerregeln.
LLMLarge Language ModelGroßes Sprachmodell, das Token-Sequenzen verarbeitet und typischerweise schrittweise neue Tokens erzeugt.
LLM-as-a-JudgeVerfahren, bei dem ein Sprachmodell die Qualität oder Korrektheit von Antworten anderer Modelle bewertet.
Local EvidenceIm vorhandenen Repository oder System gefundene Beispiele, Strukturen und Regeln, die einem Agenten als Hinweis auf gewünschte Lösungen dienen.
Local InferenceAusführung eines AI-Modells auf eigener oder selbst kontrollierter Infrastruktur.
Local ModelModell, das lokal beziehungsweise auf selbst kontrollierter Infrastruktur betrieben werden kann.
Long-Horizon AgentAgent, der über längere Zeiträume und viele Schritte hinweg an komplexen Aufgaben arbeitet.
Machine LearningTeilgebiet der AI, bei dem Modelle Verhaltensmuster aus Daten lernen, statt dass alle Regeln vollständig von Menschen programmiert werden.
Marginal CostZusätzliche Kosten, die durch eine weitere Einheit entstehen, etwa einen zusätzlichen Agent-Run oder eine weitere Änderung.
MCPModel Context ProtocolOffenes Protokoll, über das AI-Anwendungen standardisiert Tools und externe Datenquellen anbinden können.
MemoryPersistenter Speicher außerhalb der Modellgewichte, aus dem Informationen später wieder in den aktuellen Context eingebracht werden können.
ModelTrainiertes mathematisches System, das Inputs verarbeitet und daraus Outputs berechnet.
Model CardDokumentation eines Modells mit Angaben zu Fähigkeiten, Evaluationen, Grenzen, Risiken und vorgesehenem Einsatz.
Model ReviewPrüfung eines Ergebnisses durch ein weiteres Modell; nützlich, aber nicht automatisch unabhängig von den Annahmen des erzeugenden Modells.
Model RoutingAuswahl unterschiedlicher Modelle oder Konfigurationen abhängig von Aufgabe, Risiko, Kosten oder gewünschter Leistungsfähigkeit.
Model ScoreMesswert eines Modells auf einem Benchmark; bei Agenten kann er stark durch Harness, Tools, Context und Compute beeinflusst werden.
Module BoundaryDefinierte Grenze eines Moduls, die festlegt, welche Interna verborgen bleiben und über welche Schnittstellen andere Teile zugreifen dürfen.
MoEMixture of ExpertsModellarchitektur mit mehreren Teilnetzen, von denen pro Verarbeitungsschritt nur ein Teil aktiviert wird.
MonorepoRepository, in dem mehrere Anwendungen, Libraries oder Services gemeinsam versioniert und verwaltet werden.
Multi-Agent SystemSystem, in dem mehrere Agents koordiniert an Teilaufgaben oder demselben Ziel arbeiten.
MultimodalFähigkeit eines Modells oder Systems, mehrere Modalitäten wie Text, Bild, Audio oder Video zu verarbeiten oder zu erzeugen.
NoiseUnnötiger, irrelevanter oder qualitativ schwacher Output, der die eigentlich brauchbare Information überlagert.
Non-DeterminismEigenschaft, dass gleiche oder sehr ähnliche Eingaben nicht zwingend zu exakt demselben Lösungsweg oder Output führen.
Open SourceSoftware, deren Quellcode unter einer entsprechenden Lizenz zugänglich, nutzbar und veränderbar ist; bei AI nicht automatisch gleichbedeutend mit Open Weights.
Open WeightsModelle, deren gelernte Gewichte verfügbar sind; Trainingsdaten, Trainingscode oder vollständige Pipeline müssen deshalb nicht offen sein.
OpExOperating ExpenditureLaufende Betriebsausgaben, etwa API-Nutzung, Strom, Hosting oder Administration.
Output TokensTokens, die ein Modell während einer Anfrage erzeugt.
Paradigm DriftSchleichende Abweichung von einem ursprünglich gewählten Architektur- oder Entwicklungsparadigma hin zu konkurrierenden Mustern.
ParametersGelernte Zahlenwerte eines Modells, die sein Verhalten mitbestimmen.
Pass@1Benchmark-Metrik dafür, ob bereits der erste erzeugte Lösungsversuch erfolgreich ist.
Pass@kBenchmark-Metrik für die Wahrscheinlichkeit, dass unter k erzeugten Versuchen mindestens eine erfolgreiche Lösung liegt.
Path DependencyEigenschaft, dass frühe Entscheidungen den später verfügbaren Lösungsweg und Context beeinflussen.
Personal DataInformationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen.
Post-TrainingTrainings- und Anpassungsphasen nach dem grundlegenden Pre-Training, etwa für Verhalten, Reasoning, Sicherheit oder Aufgabenspezialisierung.
Pre-TrainingGrundlegende Trainingsphase, in der ein Modell aus großen Datenmengen allgemeine Muster und Fähigkeiten erlernt.
Privacy by DesignPrinzip, Datenschutz bereits bei Architektur und Gestaltung eines Systems einzuplanen statt erst nachträglich hinzuzufügen.
ProbabilisticBezeichnet Systeme, deren Ausgabe auf Wahrscheinlichkeitsverteilungen beruht; gleiche Eingaben müssen deshalb nicht zwingend exakt denselben Output erzeugen.
Progressive DisclosurePrinzip, Informationen oder Skills erst dann in den Context zu laden, wenn sie für die aktuelle Aufgabe relevant werden.
PromptEingabe beziehungsweise Anweisung, die einem Modell für eine konkrete Verarbeitung gegeben wird.
Prompt CachingWiederverwendung bereits berechneter Zustände für wiederkehrende Teile eines Prompts oder Contexts, um Kosten oder Latenz zu reduzieren.
Prompt EngineeringGestaltung von Anweisungen und Eingaben für Modelle; bei agentischen Systemen zunehmend eng mit Requirements- und Context-Engineering verbunden.
Prompt InjectionAngriff oder unerwünschte Instruktion, bei der Inhalte im Context versuchen, ein Modell zu Aktionen entgegen der eigentlichen Nutzer- oder Systemabsicht zu bewegen.
PseudonymizationVerarbeitung, bei der direkte Identifikatoren ersetzt oder getrennt werden; bei möglicher Re-Identifikation bleiben die Daten personenbezogen.
QuantizationReduktion der numerischen Präzision von Modellwerten, um Speicherbedarf und Rechenaufwand zu senken.
RAGRetrieval-Augmented GenerationVerfahren, bei dem vor oder während der Generierung externe Informationen gesucht und als zusätzlicher Context bereitgestellt werden.
ReasoningZusätzliche modellinterne oder explizite Verarbeitungsschritte, mit denen komplexere Aufgaben systematischer gelöst werden sollen.
Reasoning EffortKonfiguration dafür, wie viel Rechen- beziehungsweise Reasoning-Aufwand ein Modell für eine Aufgabe verwenden soll.
Reasoning ModelBezeichnung für Modelle, die für mehrstufige Problemlösung und zusätzlichen Inference-Aufwand optimiert sind.
Reasoning TokensBei manchen APIs separat erfasste Tokens oder Rechenschritte, die für internes Reasoning verwendet werden und nicht vollständig als sichtbarer Text erscheinen müssen.
Red TeamingGezielte Suche nach Schwachstellen, Fehlverhalten oder unerwünschten Grenzfällen durch bewusst adversariale Tests.
Reinforcement Learning (RL)Reinforcement LearningTrainingsverfahren, bei dem Verhalten anhand von Rückmeldungs- oder Belohnungssignalen optimiert wird.
RepositoryVersionsverwaltete Sammlung von Quellcode, Konfiguration, Tests und weiteren Projektartefakten.
RequirementsFachliche und technische Anforderungen, die festlegen, was ein System oder eine Änderung leisten und welche Bedingungen sie erfüllen soll.
Requirements EngineeringSystematisches Ermitteln, Klären, Dokumentieren und Prüfen von Anforderungen an ein System oder eine Änderung.
Responsibility DriftSchleichende Verschiebung von Zuständigkeiten, sodass Code oder Komponenten Aufgaben übernehmen, die ursprünglich anders verortet waren.
Responsibility VerificationPrüfung, ob eine Änderung nicht nur funktioniert, sondern auch in der richtigen fachlichen oder technischen Verantwortung liegt.
RetrievalGezieltes Auffinden und Bereitstellen externer oder gespeicherter Informationen für eine aktuelle Aufgabe.
ReviewBewertung einer Änderung durch Menschen oder andere Systeme hinsichtlich Korrektheit, Qualität, Risiken und Systemverträglichkeit.
Review BottleneckEngpass, der entsteht, wenn erzeugte Änderungen schneller produziert werden, als sie sinnvoll geprüft und akzeptiert werden können.
RLHFReinforcement Learning from Human FeedbackReinforcement-Learning-Verfahren, bei dem menschliche Präferenzen oder Bewertungen als Signal zur Verhaltensanpassung eines Modells dienen.
ROIReturn on InvestmentVerhältnis zwischen wirtschaftlichem Nutzen einer Investition und den dafür eingesetzten Kosten.
SamplingVerfahren, mit dem aus den vom Modell bewerteten möglichen nächsten Tokens ein konkretes Token ausgewählt wird.
ScaffoldAlternative Bezeichnung für die um ein Modell gebaute Agent- oder Evaluationsstruktur; häufig ähnlich wie Harness verwendet.
ScopeFestgelegter Umfang einer Aufgabe oder Änderung, einschließlich dessen, was ausdrücklich nicht dazugehört.
SCSSelf-contained SystemArchitekturansatz, bei dem fachlich geschnittene Systeme möglichst eigenständig arbeiten und nur klar definierte Integrationspunkte besitzen.
Semantic SearchSuche nach inhaltlicher Ähnlichkeit statt nur nach identischen Wörtern, häufig auf Basis von Embeddings.
Separation of ConcernsPrinzip, unterschiedliche Verantwortlichkeiten und Problemarten bewusst voneinander zu trennen.
SLMSmall Language ModelUnscharfer Sammelbegriff für relativ kleine Sprachmodelle, die häufig auf geringere Kosten, lokale Ausführung oder spezialisierte Aufgaben optimiert sind.
Solution SpaceMenge der grundsätzlich möglichen Lösungswege für ein Problem; Requirements und Constraints können diesen Raum verkleinern.
SpecificationMöglichst konkrete Beschreibung eines gewünschten Verhaltens, einer Änderung oder eines Systems.
Static AnalysisAnalyse von Code ohne dessen Ausführung, etwa für Typfehler, Lint-Regeln oder Architekturverletzungen.
Stop ConditionVorab definierte Bedingung, bei der ein Agent seine autonome Arbeit beendet und Rückfrage oder menschliche Entscheidung benötigt.
SWESoftware EngineeringDisziplin des systematischen Entwerfens, Entwickelns, Prüfens, Betreibens und Weiterentwickelns von Software.
SWE-benchSoftware Engineering BenchmarkBenchmark-Familie, die reale GitHub-Issues und Repository-Änderungen zur Bewertung von Coding-Modellen und Agents verwendet.
SWE-bench ProSchwierigere SWE-bench-Variante mit breiterem Repository- und Aufgabenmix und stärkerem Fokus auf realistische agentische Softwarearbeit.
SWE-bench VerifiedVon Menschen geprüfte Teilmenge von SWE-bench, die problematische oder uneindeutige Aufgaben reduzieren sollte.
Synthetic DataKünstlich erzeugte Daten, die reale Daten nachbilden oder ergänzen und etwa für Training, Tests oder Datenschutz eingesetzt werden können.
System PromptÜbergeordnete Instruktionen, die Verhalten, Rolle oder Grenzen eines Modells für eine Sitzung oder Anwendung festlegen.
System ScoreMesswert des gesamten evaluierten Systems aus Modell, Harness, Tools, Context und weiteren Laufzeitbedingungen.
TDDTest-Driven DevelopmentEntwicklungsansatz, bei dem Tests bewusst vor oder eng vor der Implementierung entwickelt werden und das Design mitsteuern.
Technical DebtKünftiger Mehraufwand, der durch kurzfristige technische Entscheidungen, fehlende Pflege oder bewusst aufgeschobene Qualität entsteht.
TemperatureSampling-Parameter, der beeinflusst, wie stark wahrscheinlichere gegenüber weniger wahrscheinlichen Token-Optionen bevorzugt werden.
Test-Time ComputeAlternative Bezeichnung für zusätzlichen Rechenaufwand während der Nutzung eines Modells; weitgehend verwandt mit Inference-Time Compute.
TokenVerarbeitungseinheit eines Sprachmodells; ein Token kann ein Wort, Wortteil, Zeichen oder andere Textsequenz repräsentieren.
Token BudgetMaximale oder geplante Tokenmenge für Context, Generierung oder einen Agent-Run.
TokenizerKomponente, die Text in die Token-IDs übersetzt, die ein Sprachmodell verarbeitet.
ToolExterne Fähigkeit, die ein Modell oder Agent nutzen kann, etwa Dateizugriff, Suche, Shell, Browser oder API.
Tool CallingMechanismus, mit dem ein Modell strukturierte Aktionen über externe Tools auslösen kann.
Top-KSampling-Verfahren, bei dem nur die k wahrscheinlichsten nächsten Token-Kandidaten für die Auswahl berücksichtigt werden.
Top-PNucleus SamplingSampling-Verfahren, bei dem die kleinste Menge wahrscheinlicher Token-Kandidaten berücksichtigt wird, deren Gesamtwahrscheinlichkeit mindestens p erreicht.
Total ParametersGesamtzahl der Parameter eines Modells, unabhängig davon, ob bei jedem Rechenschritt alle davon aktiv sind.
TrainingProzess, bei dem Modellparameter anhand von Daten und Optimierungszielen angepasst werden.
TrajectoryAufgezeichneter Ablauf eines Agenten aus Beobachtungen, Modellschritten, Tool-Aufrufen, Aktionen und Zwischenzuständen.
TransformerNeuronale Netzwerkarchitektur auf Basis von Attention, die die Entwicklung moderner LLMs wesentlich geprägt hat.
Trust BoundaryGrenze zwischen Bereichen mit unterschiedlichem Vertrauens- oder Schutzstatus, deren Überschreitung bewusst kontrolliert werden sollte. Vertieft in Artikel 09.
Unit TestTest einer kleinen, möglichst isolierten Einheit von Software.
ValidationPrüfung, ob das richtige Problem gelöst beziehungsweise die fachliche Absicht erfüllt wird; in der Praxis oft nicht scharf von Verification getrennt.
Variable CostKosten, die mit Nutzung oder Produktionsmenge steigen, etwa API- und Tokenkosten.
Vector DatabaseDatenbank, die Vektorrepräsentationen wie Embeddings speichert und Ähnlichkeitssuchen unterstützt.
VerificationPrüfung, welche belastbare Evidenz dafür vorliegt, dass eine Änderung oder Behauptung korrekt und akzeptabel ist.
Verification DebtAufgeschobener oder fehlender Verifikationsaufwand, der später Unsicherheit und zusätzliche Prüfkosten erzeugt. Vertieft in Artikel 12.
Verification DiversityKombination unterschiedlicher Prüfmethoden, damit nicht alle Checks dieselben Annahmen und Fehlerklassen teilen. Vertieft in Artikel 12.
Verification SurfaceGesamtheit der Aspekte einer Änderung, die geprüft werden müssen, um sie verantwortbar akzeptieren zu können. Vertieft in Artikel 12.
Vibe CodingInformeller Entwicklungsstil, bei dem Software primär über natürliche Sprache und AI-generierten Code entsteht; im engeren Sinn mit wenig direkter Codeprüfung.
VLMVision-Language ModelModell, das visuelle Informationen und Sprache gemeinsam verarbeitet; der Begriff wird zunehmend bei multimodalen Systemen verwendet.
VRAMVideo Random Access MemorySpeicher einer GPU; bei lokaler Inference oft ein wesentlicher Grenzfaktor für Modellgröße und Context.
Wall ClockReale verstrichene Zeit vom Start bis zum Ende eines Vorgangs, unabhängig davon, wie viel davon menschliche aktive Arbeitszeit ist.
WeightsGelernte Zahlenwerte eines neuronalen Netzes; im LLM-Alltag oft nahezu synonym zu Modellparametern verwendet.
Workflow Lock-inSteigende Wechselkosten, wenn Prozesse, Tools, Daten und Agent Infrastructure stark an einen bestimmten Anbieter oder Workflow gekoppelt sind.
World ModelInterne oder explizite Repräsentation davon, wie eine Umgebung funktioniert und wie Aktionen ihren Zustand verändern können.

Stand: September 2026. Das Glossar beschreibt die Begriffe so, wie sie in dieser Serie und im aktuellen technischen Diskurs verwendet werden. Bei nicht standardisierten Begriffen ist die kurze Erklärung bewusst als praktische Einordnung und nicht als normative Definition zu verstehen.